Ist nach einer Blasenkrebsoperation eine zusätzliche Behandlung erforderlich?
Assoz. Prof. Dr. Serdar Yalçın
Facharzt für Urologie
Die adjuvante Therapie ist eine zusätzliche Behandlung, die nach einer radikalen Zystektomie bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten mit einem erhöhten Rückfallrisiko durchgeführt wird. Ziel ist es, mikroskopisch kleine Krebszellen zu beseitigen, die nach der Operation im Körper verblieben sein könnten, und das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung zu senken. Nach den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) 2026 können – abhängig vom pathologischen Befund, dem Lymphknotenstatus, dem Tumorstadium, bereits erfolgten Behandlungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand – eine adjuvante Cisplatin-basierte Chemotherapie oder eine adjuvante Immuntherapie empfohlen werden.
Was ist eine adjuvante Therapie?
Für wen kommt sie infrage?
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Was ist eine adjuvante Chemotherapie?
Was ist eine adjuvante Immuntherapie?
Wann beginnt die Behandlung?
Die wichtigste Botschaft der EAU 2026 für Patientinnen und Patienten
Multidisziplinäre Behandlungsplanung bei Assoz. Prof. Dr. Serdar Yalçın
Häufig gestellte Fragen
Die adjuvante Therapie ist eine zusätzliche Krebsbehandlung, die nach einer Operation durchgeführt wird.
Ihr Ziel ist es, mikroskopisch kleine Krebszellen zu beseitigen, die nach der Operation im Körper verblieben sein könnten, und dadurch das Risiko eines Rückfalls zu verringern.
Eine adjuvante Therapie ist nicht für alle Patientinnen und Patienten erforderlich.
Nach den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) 2026 kann sie insbesondere erwogen werden bei:
• Fortgeschrittenem pathologischem Tumorstadium
• Positivem Lymphknotenbefall
• Hohem Rückfallrisiko
• Patientinnen und Patienten ohne vorherige neoadjuvante Chemotherapie oder bei denen eine zusätzliche systemische Therapie voraussichtlich einen Nutzen bietet
Die Therapieentscheidung sollte immer im Rahmen eines multidisziplinären Tumorboards getroffen werden.
Abhängig von den individuellen klinischen Voraussetzungen können folgende Behandlungen infrage kommen:
• Cisplatin-basierte adjuvante Chemotherapie
• Adjuvante Immuntherapie
Die Auswahl der geeigneten Therapie erfolgt individuell.
Die adjuvante Chemotherapie ist eine systemische medikamentöse Krebsbehandlung nach der Operation.
Sie wird insbesondere bei geeigneten Patientinnen und Patienten mit hohem Rückfallrisiko in Betracht gezogen, die vor der Operation keine neoadjuvante Chemotherapie erhalten haben.
Die adjuvante Immuntherapie nutzt Immuncheckpoint-Inhibitoren, um das körpereigene Immunsystem bei der Bekämpfung verbliebener Krebszellen zu unterstützen.
Nach aktuellen internationalen Leitlinien stellt sie für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Urothelkarzinom nach radikaler Operation eine wichtige Behandlungsoption dar.
Die Behandlung wird in der Regel nach ausreichender Erholung von der Operation begonnen.
Die endgültige Entscheidung richtet sich nach dem Heilungsverlauf, dem pathologischen Befund, der Nierenfunktion, bereits durchgeführten Behandlungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand.
Nach den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) 2026 sollte eine adjuvante Therapie nicht routinemäßig bei allen Patientinnen und Patienten durchgeführt werden.
Die Entscheidung muss individuell anhand des pathologischen Tumorstadiums, des Lymphknotenstatus, der bisherigen Behandlung, des allgemeinen Gesundheitszustands und der multidisziplinären Beurteilung getroffen werden.
Assoz. Prof. Dr. Serdar Yalçın betreut Patientinnen und Patienten nach radikaler Zystektomie in Bodrum, Türkei, gemeinsam mit Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Medizinische Onkologie, Radiologie und Pathologie.
Die pathologischen Befunde werden sorgfältig ausgewertet und mögliche Strategien – darunter adjuvante Chemotherapie, adjuvante Immuntherapie oder eine engmaschige Nachsorge – entsprechend den aktuellen Leitlinien der European Association of Urology (EAU) individuell besprochen.
Neben Patientinnen und Patienten aus Bodrum und der Region Muğla suchen auch zahlreiche Menschen aus anderen Regionen der Türkei sowie aus dem Ausland seine Praxis für Zweitmeinungen und eine umfassende postoperative Behandlungsplanung auf.
Patientinnen und Patienten schätzen insbesondere die ausführliche Beratung, wissenschaftlich fundierte Therapieempfehlungen, multidisziplinäre Entscheidungen, individuell abgestimmte Behandlungspläne sowie die persönliche Begleitung während der gesamten Nachsorge.
Die adjuvante Therapie stellt für sorgfältig ausgewählte Patientinnen und Patienten mit einem hohen Rückfallrisiko nach radikaler Zystektomie eine wichtige Behandlungsoption dar. Individuell abgestimmte Entscheidungen auf Grundlage aktueller internationaler Leitlinien und einer multidisziplinären Beurteilung bieten die besten Voraussetzungen, das Rückfallrisiko zu senken und langfristige onkologische Ergebnisse zu verbessern.
Benötigt jede Patientin oder jeder Patient nach einer radikalen Zystektomie eine Chemotherapie?
Nein. Die Entscheidung richtet sich nach dem endgültigen pathologischen Befund und dem individuellen Rückfallrisiko.
Kann eine Immuntherapie die Chemotherapie ersetzen?
Nicht immer. Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt vom pathologischen Befund, den bisherigen Therapien, der Nierenfunktion und weiteren klinischen Faktoren ab.
Wann beginnt die adjuvante Therapie nach der Operation?
Die Behandlung wird in der Regel nach ausreichender postoperativer Erholung und nach Vorliegen des endgültigen pathologischen Befundes begonnen.
European Association of Urology (EAU). EAU Guidelines on Muscle-Invasive and Metastatic Bladder Cancer 2026.
https://uroweb.org/guidelines/muscle-invasive-and-metastatic-bladder-cancer
Witjes JA, Bruins HM, Cathomas R, et al. European Association of Urology (EAU). Guidelines on Muscle-Invasive and Metastatic Bladder Cancer. 2026 Update.
Bajorin DF, et al. Adjuvant Nivolumab versus Placebo in Muscle-Invasive Urothelial Carcinoma. New England Journal of Medicine.
Dieser Artikel basiert auf den Blasenkrebs-Leitlinien der European Association of Urology (EAU) 2026. Ziel ist es, aktuelle evidenzbasierte medizinische Erkenntnisse in einer verständlichen und patientenfreundlichen Sprache bereitzustellen. Die Entscheidung für eine adjuvante Therapie sollte stets individuell anhand des Tumorstadiums, des Lymphknotenstatus, der pathologischen Befunde, der bisherigen Behandlung, der Nierenfunktion, des allgemeinen Gesundheitszustands sowie der multidisziplinären Beurteilung getroffen werden.
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